Marktbericht 01 | 2019 – QUANTUMROCK
 

Marktbericht 01 | 2019

Marktbericht 01 | 2019

Risiko Aktiva haben einen Teil ihre Verluste vom letzten Jahr wieder aufgeholt. Aber die Stimmung bleibt weithin unter der des Vorjahres und damit bleiben die Investoren nervös bezüglich des Ausblicks für das kommende Wirtschaftswachstum. Wie sollte man also vor diesem Hintergrund die jüngsten Marktbewegungen interpretieren ?

Die Frage ist, ob es sich bei der jetzigen Marktbewegung lediglich um eine Korrektur des Dezembers handelt, oder ob sogar große Teile der Abwärtsbewegung des Jahres 2018 korrigiert werden können.  Wir tendieren dazu, dass die Bewegung zu Beginn des Jahres 2019 eher der des Jahres 1998 ähneln wird. 1997 war das Jahr der Südost Asien Krise, die das Vertrauen des Marktes temporär erschütterte. Die Angst vor einem Handelskrieg und einer daraus resultierenden Rezession haben Ende 2018 zu einem vergleichbaren Vertrauensverlust geführt. Die Krise 1997 war nur vorübergehend, da sie durch ein beherztes Eingreifen seitens des IWF gelöst werden konnte. Auch die Ängste bezüglich des Brexits werden abnehmen, da es voraussichtlich zu einer Verhandlungslösung kommen wird. Bereits die Griechen  spielten bei ihrem Grexit auf Zeit und versuchten der EU in letzter Minute ein Entgegenkommen abzunötigen und konnten somit ein € 125 Mrd schweres Rettungsprogramm aushandeln. Viel spricht dafür, dass den Engländern Ähnliches gelingen wird.

Wir sehen keine Anzeichen für eine Rezession dieses Jahr. Die Konsensprognose sieht ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3%. Bei ersten Anzeichen einer Rezession wird es zu einem Gegensteuern von fiskalpolitischer Seite kommen. Wir erwarten mehr staatliche Investitionen, keine weitere Reduzierung des monetären Stimulus und Kompromissbereitschaft in Handelsfragen. Deshalb sehen wir keine Gefahr auf der Nachfrageseite.

Die Bewertungen von Anleihen sind im historischen Kontext zu hoch. In Anbetracht der massiven Käufe von Staatsanleihen durch Zentralbanken in der Absicht die Zinsen niedrig zu halten ist das keine Überraschung. Die Bewertung von Aktien kann man als fair bezeichnen, wenn man an die aktuellen Gewinnschätzungen glaubt. Lediglich die Bewertung der US amerikanischen Aktien ist immer noch auf historisch gesehen hohem Niveau. Die von uns oft zitierte Shiller PER ist durch die Korrektur am Aktienmarkt des 4. Quartals 2018 zwar von 33 auf jetzt 29,75 gefallen, befindet sich damit aber immer noch auf der gleichen Höhe wie 1929 und 1999.

Neue Höchststände sehen wir bei Aktien nicht. Wir sollten davon ausgehen, dass wir die Höchststände für diesen Aktienzyklus bereits gesehen haben und uns ab Mitte des Jahres auf weitere Rückgänge gefasst machen. Dabei sind eher langfristig Faktoren wie steigende Kosten für Löhne, Staatsaugaben und Rohstoffe die treibenden Kräfte. Wir sehen also die Gefahren eher von der Angebotsseite kommen.

Durch die Wende beim überbewerteten US Dollar sollten sich die Rohstoffpreise positiv entwickeln. Jedoch sollte man sich auf weiter hohe Volatilitäten einstellen.

Wir haben für dieses Szenario, die richtigen Anlagen: unsere Volatility Strategie, unsere Commodity Strategie und unsere Copernicus Aktien Strategie.

Performance im Januar 20191

Absolute Return (A2HDY10)

Copernicus Strategy (A2HPGM) 

Commodity Strategy (A2HPGP)

Volatility Strategy (A2HPGN)

Liquid Equity Alpha Program (LEAP)

Hinweise

1Netto-Performance nach Management-/Performancefee und Brokergebühren
BTOP50 – Barclay BTOP50 Index Investable Benchmark
BTH – Barclay Hedge Fund Index

Marktkommentar zum Januar 2019

Im Januar sind europäische Aktien gemessen am Europe STOXX 600 um 8,79 % gestiegen. Die Copernicus Strategie ist im gleichen Zeitraum um 14,84 % gestiegen.

Wie vor einem Monat an dieser Stelle beschrieben, wurde der übliche Effekt des „Window Dressing“ zum Jahresende noch dadurch verstärkt, dass eher schwächere Konjunkturdaten und kein Ende des Handelsstreites Investoren für das Jahr auf dem falschen Fuß erwischt hatte und die Positionierung zum Ende des Jahres noch einmal komplett verändert wurde. Besonders die Aktien von europäischen, zyklischen und klein- bis mittelgroßen Unternehmen wurden zu jedem Preis verkauft.

Wie von uns vor einem Monat angekündigt, hat es im Januar die Gegenbewegung dazu gegeben, die durch die vorherige Übertreibung auch stärker als üblich ausgefallen ist.

Unsere Netto Exposure war im Verlauf des Monats bei über 100% und hat durch den langsamen Aufbau unserer Short Positionen am Monatsende 84% betragen.

Während des Januars hatten wir kaum Short Positionen. In den letzten zwei Tagen haben wir wieder unsere alten Favoriten bezüglich eines Short Engagements reaktiviert: takeaway.com, Fielmann, Scout 24, Pernod-Ricard und Diageo. Die Auswirkung auf den NAV war vernachlässigbar.

Auf der Long Seite haben wir sehr gut verdient. Siltronic, Rheinmetall, Faurecia, Peugeot, Sixt und Francotyp haben die größten Beiträge geliefert.

 

Wie geht es nun weiter ?

Die Frage ist, ob es bei der jetzigen Marktbewegung nur um eine Korrektur des Dezembers geht, oder ob sogar große Teile der Abwärtsbewegung des Jahres 2018 korrigiert werden können.  Wir tendieren dazu, dass die Bewegung zu Beginn des Jahres 2019 eher der des Jahres 1998 ähneln wird. Am Ende war die Krise in 1997 nur vorübergehend und Copernicus konnte in den ersten drei Monaten des Jahres 1998 um 33% zulegen.

Wir sehen keine Rezession kommen. Die Prognosen für 2019 sehen ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3%. Bei den ersten Anzeichen einer Rezession wird es zu einem Gegensteuern von politischer Seite kommen. Wir erwarten mehr staatliche Investitionen, keine weitere Reduzierung des monetären Stimulus und Kompromissbereitschaft in Handelsfragen.

Die Bewertungen europäischer Aktien kann man als moderat bezeichnen, mit deutlichen Unterbewertungen in den zyklischen Industrien und deutlichen Überbewertungen bei den defensiven Industrien.

Zusätzlich sollte internationales Kapital in 2019 seinen Weg wieder zurück nach Europa finden, da europäische Aktien nun deutlich attraktiver bewertet sind als US amerikanische und weil zu erwarten ist, dass der US Dollar seine Überbewertung abbaut.

Wir werden daher fürs Erste eine Netto Long Position zwischen 75 % und 100 % beibehalten.

Dennoch müssen wir davon ausgehen, dass wir das Hoch für diesen Aktienzyklus gesehen haben und uns ab Mitte des Jahres auf weitere Rückgänge gefasst machen. Dabei sind eher langfristig Faktoren wie steigende Kosten für Löhne, Staatsaugaben und Rohstoffe die treibenden Kräfte.

Aufgrund des Haushaltsstopps in den USA wurde der Report zur Schätzung von Angebot und Nachfrage landwirtschaftlicher Güter für Januar 2019 nicht wie geplant am 11. Januar veröffentlicht. So konnten beispielsweise Pflanzenzüchter, die mit dem Anbau von Frühlingsweizen beginnen wollten, die Marktsituation im Vorfeld nicht evaluieren da es keine Schätzungen bezüglich der aktuellen Anbauflächen gab. Aufgrund der fehlenden Reports waren die Agrarmärkte wenig volatil, was dazu führte, dass unsere Intraday-Strategie keine Handelssignale hatte.

Der seit Anfang Oktober 2018 anhaltende Abwärtstrend beim Rohöl hat Ende Dezember seinen Tiefpunkt erreicht. WTI kehrte den Trend im Januar um und legte um rund 20% zu. Daher realisierte unsere Autokorrelationsstrategie, die seit Beginn des Abwärtstrends auf ein Fallen des Rohölpreises setzte, einen Verlust im Januar. Die Volatilität der Strategie lag innerhalb des erwarteten Volatilitätsbereichs.
Der in der Autokorrelationsstrategie realisierte Verlust wurde weitgehend durch die in der Saisonalitätsstrategie realisierten Gewinne kompensiert, die von einer starken Abwärtsbewegung der Weizen-Futures gegen Ende des Januarwochenendes profitierte. Diese Bewegung bei Weizen entsprach dem bekannten Saisonalitätsmuster und konnte somit einen positiven Beitrag zur Gesamtstrategie leisten.

Das Intraday- und Overnight-Preisverhalten der Goldminenaktien unterschied sich von den üblichen Mustern, was zu einem leichten Verlust im Januar führte.

Die Volatilität des S&P 500 Index stieg angesichts des Handelskonfliktes, der Unsicherheiten bezüglich der ökonomischen Auswirkungen des Brexits, und des anhaltenden Haushaltsstreites in den USA bis Weihnachten 2018 auf 36 Punkte an. Der Ausblick für 2019 schien daher nicht all zu positiv zu sein, was auf eine noch stärkere Marktkorrektur und möglicherweise sogar eine Rezession irgendwann im Jahr 2019 hindeutete. Ähnliche Marktkorrekturen in den Jahren 2001, 1987 und 1962 führten jedoch nicht zu einer Rezession.

Im Januar sank die Volatilität wieder auf einen Wert von 16 Punkten, was eine Beruhigung der Marktteilnehmer widerspiegelt. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Volatilität im Jahr 2019 stark schwanken wird und sich die Auf- und Abwärtsbewegungen an den Aktienmärkten fortsetzen werden. Dies wird sich positiv auf unsere Volatilitätsstrategien auswirken, die 2019 eine effektive Absicherung für langfristige Aktienportfolios ermöglichen sollten.



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